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Samstag, 7. Juli 2012

Tramp to Mt. Somers

Heute musste ich um 5:00 Uhr morgens mit Tim aufstehen. Unsere Tramp-Tour stand auf dem Programm. Diese wird 3 Tage dauern und wir werden vom 11. - 13. Juni 2012 durch die neuseeländische "Wildnis" oder besser Bergwelt wandern. Wir werden uns nur an Hand der Karten und dem Kompass orientieren. Ich habe mir erst einmal 3 Schichten Polyprop als Schutz gegen die Kälte übergezogen. Kurz vor 6 stiegen wir dann ins Auto und an der Schule umarmte mich Tim zum Abschied.
Nach einigem warten (worauf eigentlich?) ging es 9:00 Uhr los.



Wir hatten schon zu Beginn mehr als eine Stunde Verspätung. Eine 2-stündige Fahrt brachte uns zu einem vereisten Parkplatz, von wo aus unsere Wanderung starten sollte.
Nach einem Spielchen zum Warm werden füllten wir noch schnell das Intention Book aus (Rückversicherung falls man verloren geht und zur "Buchung" der Hütte) und schon konnte es los gehen...
Na ja, es war allerdings schon Mittag und wir waren hungrig und es war kalt.
Ein schmaler Pfad wand sich durch den Wald den Hang hinauf. Er war ziemlich steil und auf dem Eis konnte man nur ganz schwer Halt finden. Um halb 2 kamen wir schließlich zu einer alten Mine, die uns als erster kleiner Lagerplatz zum rasten diente.

Fran, Anna & Katharina



Das nächste Stück war dann nicht mehr ganz so steil, doch der Schnee türmte sich immer höher auf und ich habe manchmal den Halt verloren. Ein (nutzlos aussehender) Zaun stand mitten in den Bergen und markierte unseren nächsten längeren Pausenplatz.




Sandy & ich





Von dort aus bekamen wir 2 bearings (Orientierungspunkte) denen wir ca. einen km in Paaren folgen mussten. Also, wir schwammen förmlich durch über kniehohen Schnee ohne Weg bis an den Aufstieg des Berges vor uns. Der Kompass führte uns geradewegs auf die Spitze zu, auf der anderen Seite wieder hinunter und auf den Gipfel des nächsten Berges wieder hinauf.

Sandy mit den bearings


Diese knapp zwei Stunden brachten mich wirklich an meine Grenzen ! Und wir bekamen nicht mal eine kurze Pause dort oben auf der Bergkuppe, da wir die Hütte noch vor dem nahenden Sonnenuntergang erreichen mussten.



Woolshed Creek Hut

Ungefähr 20 Minuten und ein paar letzte gerannte Meter später erreichte ich als Erste "Woolshed Creek Hut". Die Hütte war großartig und sollte nicht umsonst "HÜTTE" heißen. Es gab kein fließendes Wasser drinnen (die Hähne waren zugefroren), nur den eiskalten Bach vor der Tür, es war kalt und eng. Zum Plumpsklo - Häuschen (ohne Herz in der Tür) musste man durch den Schnee stapfen und die Matratzen in den Räumen waren hart und lagen eng an eng auf dem Boden. Ich machte Feuerholz (habe ja schon Übung darin) und wir fingen an ein Feuer zu entfachen um unsere Nudeln zu kochen (hatten nicht wirklich genug davon mitgebracht). Danach aßen wir noch Kekse, räumten wieder auf und spielten ein paar Kartenspiele alle zusammen.
Ich verabschiedete mich dann an diesem Tag als eine der ersten die ins Bett ging.

unser Bettenlager

Küche und Feuerstelle in der Woolshed Creek Hut

Feuerholz machen

Ich habe anscheinend nicht als Einzige schlecht geschlafen. Es war eisig, laut, als die anderen auch schlafen gingen, heiß und stickig nach Mitternacht. Um 8:00 Uhr hatte das alles ein Ende.... was ? Schon 8 ? War nicht eigentlich halb 6 geplant ? Macht nix...
Meine Gruppe verbrennt den morgendlichen Porridge und ich kann mir kaum ein Schälchen reinzwingen. Disgusting (widerlich) !
Da wir die Schlafsäcke, Zelte, Kocher und die großen Teile dort lassen können, teilten Sandy und ich uns ein sehr erleichtertes Pack. Erst um 11 Uhr marschieren wir los. Gleich in unser erstes kleines Hausbächlein falle ich rein ! Das kann ja was werden... aber wir können alle darüber lachen. Zum Glück sind meine Socken noch halbwegs trocken geblieben.

Überquerung unseres Hausbächleins

Wir folgten dem Wanderweg über den nächsten Hügel, bevor wir wieder den Weg verlassen und einfach gerade nach oben klettern. Es war zwar steil, aber nicht so ermüdend wie die Challenge gestern. Auf der Kuppe unseres Berges angekommen setzten wir uns an die windstille Nordseite des Hanges in die Sonne und aßen Lunch. Wir waren immer noch Stunden vom Mount Somers entfernt, doch Eis machte ein weitergehen auf diesem Weg eh viel zu gefährlich.


mein Schutz vor Sonne und eiskalter Luft

Meine (gescheiterte) Resection (Weg- und Standpunkte ermitteln) ließ mich bis auf die Knochen erkalten.
Es wurde Zeit wieder loszulaufen !
Es ging denselben Weg wieder hinunter, unterbrochen durch kurze aber effektive Schneeballschlachten. Wir überquerten 2 weitere Flüsse fast problemlos und erreichten den Hügel neben der Hütte kurz bevor die Sonne unterging. Also warteten wir da oben noch ein bisschen, bis die fernen Bergspitzen sich rosa färbten und das Licht langsam schwand.

Mr. Christeller


Woolshed Creek Hut

Bear Grylls

Die Hütte hatte noch eine andere Gruppe, die ebenfalls auf Tour ist angezogen. Mit 33 Leuten durften wir uns nun 20 Matratzen teilen. In der überfüllten Küche brachten wir nach langer Zeit endlich leckeren Reis zustande und genossen unseren heißen Raraw-Saft.
Kleine und lustige Spielchen machten uns alle untereinander bekannt. Kennt ihr z.B. das Kartenspiel Spoons ?
Nach einer engen, unruhigen und für mich schlaflosen Nacht wich ich am frühen Morgen auf den Boden aus, wo ich wenigstens noch eine ganze Stunde schlafen konnte. Diesmal hat unser Porridge ganz gut geschmeckt ! Wir packten unsere Rucksäcke, denn heute mussten wir wieder alles mitnehmen. Wir machten noch schnell ein Paar Klassenfotos und dann ging es los.
Sandy und ich führten unsere Gruppe den Ersten Teil des Weges (jeder musste das einmal machen). Bis zur Mittagszeit hatten wir wieder den Zaun erreicht.


Klassenfoto

Sandy führt die Gruppe und bestimmt das Tempo



Nach einer langen Pause lauerten wir der anderen Trampinggruppe mit Schneebällen auf. Mr. Finley (der andere Outdoor Education Lehrer) fand das gar nicht lustig (wie immer) und Mr. Allen (der uns am Ende der Kayak-Session unterrichtet hatte) hat mir als Rache gleich ganze Schneehaufen ins Gesicht gespritzt ! Das war cool !!!
Schließlich trennten wir uns hier von unserem Profi-Tramping-Führer Richie, nachdem ich ihm auf seinen Wunsch hin noch ein Abschiedslied gesungen hatte (Elven Hymn to Elbereth Gilthoniel).

Profi Guide Richie

Innerhalb von 5 Sekunden waren alle ganz leise und haben mir zugehört, erstaunlich ! Sie haben sogar erraten, dass das aus
Herr der Ringe Filmmusik ist...
Am Mittag schien die Sonne wieder etwas kräftiger und das Eis war geschmolzen, aber Schlamm bedeckte nun den Pfad und machte uns das Leben nicht gerade leichter.

unvergessliche Eindrücke


Anna, Sandy und ich

unsere abgelaufene Route

Verschwitzt und dreckig erreichten wir den Parkplatz.
Das war`s schon ? Waren wir schon wieder 3 Tage unterwegs ???
Mr. Christeller hatte einige Probleme mit dem Anfahren, da die Autoreifen auf dem Eis nur hin und her rutschten.
Unser Haus erreichte ich so gegen 17:00 Uhr an diesem Mittwoch. Ein heißes Bad hat so gut getan und meine drei kleinen Schwestern warteten schon auf mich. Es gab so viel zu erzählen, so das wir noch länger gemeinsam am Tisch saßen. Die Zeit verging so schnell, die 3 Tage waren so kurz und doch ist so viel passiert, so viele neue Eindrücke und Erfahrungen habe ich gesammelt !
Obwohl ich total müde war wurde es schon wieder spät, denn ich musste noch einiges für den nächsten Schultag vorbereiten. Solche Aktionen befreien einen nicht von Hausaufgaben oder anderen schulischen Verpflichtungen...

Freitag, 6. Juli 2012

Schnee in Christchurch


Es ist Dienstag der 5. Juni 2012.
Ich wachte schon um 6 Uhr auf, um zur Schule zu gehen, aber meine Erkältung und die Kopfschmerzen zwingen mich zurück ins Bett. So verpasse ich den Tagesausflug von Outdoor Education. Immerhin kann ich all diese Navigationsübungen auf unserem richtigen Tramp nächste Woche nachholen...
Am nächsten Morgen entscheide ich mich kurzfristig, wegen den aufkommenden Halsschmerzen,  nicht zu den Magna Voce Proben zu gehen. Als ich dann zu Form Time aufstehe traute ich meinen Augen nicht... es schneit !!!
Ich habe mich so gefreut raus zu gehen und wollte auch auf keinen Fall zur Schule gefahren werden !
Da entdeckte Lisa auf unserer Moodle - Schulwebsite:
Geschlossen wegen zu heftigem Schneefall !!!
Und wirklich, schon ein bisschen Schnee legt die ganze Stadt still. Keiner streut oder räumt, man bleibt einfach zu Hause sitzen.
Also bauten wir mit der ganzen Familie einen Schneehobbit, machten eine kleine Schneeballschlacht und hüpften auf dem eingeschneiten Trampolin.
Ein riesiger Spaß für die Kinder und auch für mich.

Feuerholz holen


Schneehobbit

Am nächsten Tag sollte die Schule wegen Glatteis erst um 11:45 Uhr anfangen, statt wie zunächst geplant um 9:15 Uhr.
Nachdem Beth und Katy dann um 10:00 Uhr in ihre Schule mussten erfahre ich, dass die Burnside heute geschlossen bleibt.
Ich habe mal wieder den ganzen Tag frei ("Schneefrei") !
Den Nachmittag verbrachten wir zusammen mit backen, kochen und Wäsche machen. Ihr werdet mir es bestimmt nicht glauben, aber hier macht auch so etwas Spaß !!!

Beth, ... , Katy & Tim

Julia, Lisa, Beth, Tim & Katy

Trampingutensilien

Während Tim am Freitag, den 8.6.2012, Beth und Katy zur normalen Zeit zur Schule bringt, passe ich auf Julia unsere Jüngste auf. Halb 10 muss auch ich los, aber Tim ist zu diesem Zeitpunkt schon längst wieder da. Mein einziger Schultag diese Woche !!! Ich möchte auch nicht gefahren werden, ich liebe es durch den Schnee zu laufen und meine Erkältung klingt auch langsam ab.
Als ich dann meinen Tramping-Rucksack zur Sporthalle gebracht habe wusste ich weshalb die letzten Tage die Schule ausgefallen ist.  Kleine Bagger waren gerade dabei das Eis auf dem Schulhof aufzubrechen. Es war soooooo rutschig !
Nur etwa 10 Leute kamen zu Form Time, der Rest steckte wahrscheinlich irgendwo auf den nicht geräumten und super glatten Straßen fest, oder bleibt gleich zuhause.
Mr. Christeller schaute nach, ob jeder die komplette Ausrüstung für den Tramp dabei hatte. Er gab noch Tipps wenn etwas fehlte oder erst gar nicht gebraucht wurde. Denn schließlich sollten wir den Rucksack auch 3 Tage lang durch die Berge tragen.
Da macht es Sinn ihn so leicht wie möglich zu packen.
Danach ging es zu Drama und wir bastelten Jonglierbälle aus Reis und Luftballons. In Englisch sollten wir unsere Charakterisierung beenden, die ich aber schon lange fertig hatte.
Wir hatten im Anschluss keine Chorprobe mehr, da die Schulleitung es für besser fand wenn wir alle vor dem Sonnenuntergang wieder zuhause sind.
Es folgte ein langer, gemütlicher und schöner Mafia-Spieleabend.
Am Samstag war ich fast den ganzen Tag einkaufen.
Erst brauchten wir eine neue Mikrowelle, da die Alte nach einem schneebedingten Stromausfall nicht mehr einzuschalten war.
Nach dem Mittagessen war ich mit meiner Tramping-Gruppe unterwegs um Proviant zu besorgen.
Es ist unglaublich wie teuer die Verpflegung für 3 Tage ist !!!
Am Sonntagmorgen wollte ich einmal mit in die Kirche gehen, dorthin wo Tim immer Klavier spielt. Es gibt da einen Erwachsenen-Gottesdienst und mehrere Veranstaltungen für Kindergruppen.  Obwohl man mir sagte, dass die Messen hier anders sein sollen, fand ich sie genauso langatmig wie bei uns in Deutschland. Eigentlich wollte ich ja da singen, weil es in Kirchen viel Spaß macht und die Akustik auch immer sehr gut ist.
Aber daraus ist nichts geworden und wird wohl in Zukunft auch nichts werden, schade...

Freitag, 29. Juni 2012

Wochenende in Geraldine

Ich habe heute Nacht wirklich zum ersten Mal in Englisch geträumt ! Am Morgen packten wir alle unsere Sachen für ein richtig langes Wochenende in Geraldine zusammen und versuchen alles ins Auto zu quetschen. Wir werden vom 1. - 4. Juni 2012 unterwegs sein. Bevor wir jedoch losfahren, machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Bibliothek, wo ich mein erstes Buch bestelle (für Schüler ist alles kostenlos !). Schließlich kommt Tim auch nach Hause und wir fahren anderthalb Stunden mit dem Auto, bis wir am Holiday Park ankommen. Gleich nach unserer Ankunft besuchen wir das Städtchen und holen uns Pommes für den kleinen Hunger (schon wieder !). Das Auto wurde ausgeräumt, die Zimmer bezogen und die Taschen ausgepackt.

Julia & Tim

Es folgte ein  schöner Spaziergang durch die herrliche Umgebung und ein kleiner Stadtbummel. Wieder zurück im Haus aßen wir zu Abend und danach begann ein lustiger Spieleabend.
Im TV-Raum spielten wir noch ziemlich lange und später am Abend schauten Lisa und ich noch eine Sherlock-Holmes-Folge. Der Raum sollte eigentlich schon um 22:00 Uhr abgeschlossen werden, doch sie ließen uns das Ende auch noch schauen.
Bis 1 Uhr nachts habe ich dann noch gelesen und Hausaufgaben gemacht. Dann ging auch ich zu Bett.
Ich schlafe im einzigen Hochbett, es KNARRT und ist zu kurz ...
Schon wieder wache ich am Samstag als Letzte auf,
bin aber als Erste fertig ...
Ich gehe mit Lisa cachen (und wir finden auch 3 von 5), während die anderen mit dem Gocart-fahren. Es folgte eine kurze Stadtbesichtigung, wo wir den weltgrössten Pulli und das längste Stahlmosaik in Form des Teppichs von Bayeux sehen konnten. Das war soooo interessant ! Morgen kann ich vielleicht auf eine Tour nach Edoras gehen, wenn sich noch andere Interessierte finden.
Der Abend gehört wieder den Hausaufgaben...
Um 8 Uhr wurden wir alle von Katy und Beth geweckt.
Es ist unglaublich wie schnell sie am Morgen schon wieder lachen und rumrennen können !
Alle zusammen fahren wir zum Talbot Forest wo wir ein Paar Caches finden (Tim ist ganz gut). Während die anderen so gegen Mittag nach Hause fahren möchte ich noch nicht aufgeben und finde in den nächsten 4 Stunden noch viele weitere...
(Alle aktiven Caches in dieser Gegend !). Die Wege sind ziemlich steil, aber total schön und ich kann meinen Schwestern sogar noch kleine Geschenke aus den Caches mitbringen...







Ich laufe einen anderen Weg zurück und bin ziemlich stark auf meine beiden Karten angewiesen. Hier in der Natur gibt es viele Anhaltspunkte nach denen man sich richten und orientieren kann. Es ist schon seltsam, wandern, lange Spaziergänge, alles macht Spaß. Um halb 4 komme ich endlich wieder auf dem Campingplatz an und esse ein bisschen. In der Zwischenzeit sind auch die anderen Verwandten nach und nach eingetroffenen.
Alle zusammen gehen wir noch einmal am Fluss spazieren und die beiden Omas helfen mir auch noch die anderen beiden, von mir nicht gefundenen, Caches zu entdecken.




Später im Restaurant empfiehlt mir Tims Schwester nach Erewhon (lest das mal rückwärts und vertauscht nur das w und h) zu fahren, wo Theodens goldene Halle Menegroth gedreht wurde.
Mein Husten wurde durch das viele Laufen an kalter Luft immer schlimmer ... Ich habe mich schon wieder erkältet !
Das Handy (mein Schulwecker) klingelt um halb 8 am Morgen und weckt alle auf. Das tut mir sooo Leid !
Eine Stunde später müssen wir dann wirklich aufstehen, unsere Sachen packen und die Frühstücks-pfannekuchen verspeisen.

Julia, Beth & Katy

Auf dem Heimweg fahren wir dann wirklich an Erewhon vorbei ! Ein Schotterweg führt durch die gelb-begrasten Hügel und ich habe wirklich sofort Rohan vor Augen.
Die Heimat der Pferdeherren.
Lake Clearwater lädt zu einem kurzen Stopp ein und am Ende der Strasse öffnet sich ein Tal umrahmt von Bergen und in der Mitte ein grüner Hügel... natürlich ohne Menegroth. Leider !!! 
Aber man kann es sich vorstellen!



Ich bin Tim und Lisa so dankbar das wir hier sind !
Das Auto dankt es uns mit einem Stein im Reifen ...